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Je nach dem nur für bestimmte Wellenlägenbereiche der gesamten Strahlungsenergie eines Sterns maximal empfindlichen Meßinstrument, sind verschiedene scheinbare Helligkeiten definiert. Da das menschliche Auge im gelb-grünen Spektralbereich maximal empfindlich ist, erscheint gelb als die hellste Farbe. Die visuelle Photometrie am Fernrohr (Stufenschätzmethode nach Argelander, künstlicher Vergleichsstern) betrifft somit die Strahlungsintensität des Wellenlängenbereichs 5192 bis 5550 Ångström (V=visuelle scheinbare Helligkeit). Photographische Emulsionen sind gewöhnlich für den Spektralbereich um 4500 Ångström max. blau-ultraviolett sensibilisiert (B=Blau-Helligkeit). Blaue Sterne erscheinen daher photographisch am hellsten. Die photograph. Helligkeit roter Sterne (Wellenlängenbereich 6380 Ångström) erscheint daher für lange Wellenlängen auf unsensibilisierten Platten bzw. Filmen wesentlich schwächer, selbst wenn blaue und rote Sterne visuell gleich hell erscheinen. Man unterscheidet daher visuelle, photographische und bolometrische Helligkeiten. Sterne der Helligkeit 6 mag vom Spektraltyps A0 erscheinen photographisch und visuell gleich hell (weiße Sterne FI=0, z. B. Vega). Die Differenz photographische (B=Blau-Helligkeit) minus visuelle Größe (V=Gelb-Helligkeit) bezeichnet den Farbenindex (FI) eines Sterns: FI = mphg - mvis = B-V = -2.5 LOG10(Iphg/Ivis); I=Intensität (s. Helligkeit, Dokumentation Himmelsglobus). Der Farbenindex eines Sterns der Spektralklasse M0 beträgt etwa FI=+1.86 mag. Ein visuell 0 mag hell empfundener Stern würde auf einer photographischen Aufnahme etwa +1.86 mag schwächer geschätzt werden. Je größer der +FI ist, um so röter ist der Stern. Blaue Sterne besitzen ein negatives Vorzeichen (-FI). Durch Farbfilter und entsprechend sensibilisierten Emulsionen erreicht man eine Angleichung des photographischen und visuellen Empfindlichkeitsbereiches (5550 Ångström), die man als photovisuelle Helligkeit bezeichnet. Helligkeitsmessungen werden heute in vereinbarten Spektralbereichen vorgenommen (Mehrfarbenphotometrie), wobei nach einer Empfehlung der IAU am meisten das UBV-System nach Johnson und Morgan mit Empfindlichkeitsmaxima bei Wellenlänge (U) 3500 Ångström (Ultraviolett), (B) 4350 Ångström (Blau-Helligkeit) und (V) 5550 Ångström (visuelle Gelb-Helligkeit), weniger das RGU-System mit Wellenlänge (R) 6380 Ångström (Rot-Helligkeit), (G) 4700 Ångström (Grün-Helligkeit) und (U) 3730 Ångström (Ultraviolett) zugrundegelegt wird. Fig. 19a, 19b zeigt die Zentralplejaden mit V- u. B-Helligkeiten des UBV-Systems.
Den photographischen Helligkeitsangaben auf den 206 Karten der Kapteynschen Eichfelder (H. Vehrenberg u. A. Brun, Atlas of the Selected Areas, Treugesell-Verlag; vgl. Atlas der Kapteynschen Eichfelder. Sterne und Weltraum, Heft 12/1965, S. 284) mit Sternabbildungen bis zur 16. Größe (Katalog Harvard-Gronigen [Harvard Annals Bd. 101-103]), liegen Durchmesserbestimmungen der Sternscheibchen auf den Platten zugrunde, die den heutigen Genauigkeitsansprüchen nicht mehr genügen. Lichtelektrische Messungen der Selected Areas sind erst zu einem geringen Teil verwirklicht (neuere lichtleketrische Messungen in A.U. Landolt (1983), UBV Photoelectric Standard Stars Around the Celestial Equator. Astron. J. 88, 439-460). Der Katalog Mt. Wilson-Gronigen enthält Helligkeitsangaben bis zur 19. Größe.
Am Fernrohr angebrachte lichtempfindliche Photozellen ermöglichen die direkte Messung des Sternlichts.
Das Prinzip beruht auf Freisetzung von Elektronen beim Belichten einer Metallplatte, die Licht- in Stromschwankungen umwandelt. Der Elektronenstrom wird durch sog. Multiplier
(Sekundärelektronenvervielfacher) verstärkt, die mehrere Millionen mal so viele Elektronen ergeben, wodurch sehr kleine Helligkeitsdifferenzen gemessen werden können. Die lichtelektrische
Helligkeitsmessung erreicht mit 0.001 mag Genauigkeit die besten Ergebnisse. Die Genauigkeit ist von der Wirkung der Atmosphäre abhängig und liegt im Endeffekt bei ±0.01-0.02 mag. Die Messungen werden
von der normalen Szintillation (Luftunruhe) allerdings kaum beeinflußt. Die digitale Photographie mit einer am Fernrohrtubus anschraubaren Astro-CCD-Kamera, erlaubt hochpräzise Ausmessungen (Astrometrie, Photometrie u. Spektroskopie) aufgenommener Objekte am
Computer durch ein komfortables Bildbearbeitungsprogramm.
Bei der photographischen Photometrie setzt man die mit Mikrophotometer gemessenen Schwärzungen photographischer Sternabbildungen in Beziehung zu den bekannten Helligkeiten von Eichsternen. Den linearen Proportionalitätsbereich (die Schwärzung verhält sich proportional zu den Helligkeitsunterschieden - durch Filmempfindlichkeit, Belichtungszeit, Abblendung beeinflußbar) ist durch eine entsprechende Kurve (Fig. 20) zu ermitteln: Die skalierte Helligkeit bildet die Ordinatenachse (y), die skalierte proportionale Mikrophotometeranzeige der Schwärzung die Abszisse (x). Die Ablesung der Objekthelligkeit erfolgt dann an der kalibrierten Kurve der Eichsterne bzw. durch Ausgleichsrechnung.
Der Sterndurchmesser liegt max. bei <0.04 Bogensekunden. Die Lichtquelle erscheint somit visuell punktförmig. Das vom Kameraobjektiv erzeugte Beugungsscheibchen schwankt infolge Luftunruhe (s. Szintillation) um die mittl. Lage, wodurch eine größere Fläche geschwärzt wird. Durch die Wirkung der
Kameraoptik, Szintiallationseffekte und Streuung des Sternlichtes in der Emulsion, die zur Belichtung benachbarter Körner führen, entstehen Sternabbildungen deren Durchmesser- u. Schwärzungsgradation
von Belichtungszeit, Filmbeschaffenheit und spekralen Intensitätsverteilung des Sternlichts abhängen. Schwärzung, Durchmesser der Sternscheibchen und Helligkeit sind äquivalent. Die photometrische
Genauigkeit ist durch die Streuung und Körnigkeit der Photoschicht begrenzt und liegt bei ±0.02-0.05 mag. Die Aufhellung der Bildmitte vermeidet man durch Abblenden des Objektivs (Kamerablende um 1-2 Stufen schließen). Große Bildfelder extrem lichtstaker Objektive sind mit stark hervortretender Vignettiertung (Abfall der Schärfe und der Helligkeit der Sterne zum Filmrand hin) und Verzeichnungen (Koma) behaftet. Die beste Abbildung der Sternbildchen wird nahe der Bildmitte bzw. optischen Achse erzielt. Besitzen die Eichsterne verschiedener Aufnahmen unterschiedliche Abstände von der Bildmitte, zeigen die Sterne etwas abweichende Helligkeiten, die meist linear von der Bildmitte zum Bildrand verlaufen. Verläuft die Film- bzw. Plattenebene nicht senkrecht zur optischen Achse oder besitzt das Objektiv Zonen, ist der Korrektionswert zudem richtungsabhängig. Die Unterschiede sind durch Vergleich des Schwärzungsverlaufs (Reihenaufnahmen der Sterne) von der Bildmitte zum Bildrand festzustellen und als sog. Zonnen- oder Feldkorrektionen anzubringen. Bei einer Aufnahmereihe über längere Zeitperioden (z. B. eines Veränderlichen oder Asteroiden), ist jedes einzelne Bild gleich lang zu belichten, oder man berechnet die Helligkeitsdifferenzen aufgrund verschiedener Belichtungszeiten aus: t1,t2 = zwei Belichtungszeiten (in Min. oder Std.), Helligkeitsdifferenz dm=+2.5 p (log10(t1)-log10(t2)). Mittleren Schwarzschildfaktor p=0.85 setzen oder den genauen Faktor am verwendeten Helligkeitskatalog bzw. Helligkeitsangaben des Globus (Zenithelligkeiten) eichen. Schwarzschildfaktor p einer Photoemulsion. dm=m2-m1, m2=gemessene Helligkeit eines Sterns der Aufnahme t2, m1=gemessene Helligkeit des gleichen Sterns zur Belichtungszeit t1: p=dm/(2.5*(LOG10(t1) -LOG10(t2))); Intensität Stern I1 zu t1, Intensität des gleichen Sterns I2 zu t2: I1*t1*p = I2*t2*p; I1/I2 = (t2/t1). Schwarzschildfaktor Kodak Tri-X: p=0.72. Das Eichfeld und das Umfeld des Objektes (veränderlicher Stern, Kleinplanet), dessen Helligkeit zu ermitteln ist, müssen möglichst nahe der Bildfeldmitte liegen, da in diesem Bereich sich noch keine Vignettierung störend bemerkbar macht und die Sternabbildungen rund erscheinen. Da ideale Bedingungen selten vorliegen, nimmt man Objektumfeld und Eichfeld nahe der Bildmitte zweimal getrennt auf. Die beiden Aufnahmepaare sind unter nahezu gleichen Bedingungen aufzunehmen (gleiche Optik, Belichtungszeit, Blende, nahezu gleiche Uhrzeit und Höhe über dem Horizont, Entwicklung gleichlange in derselben Schale, gleicher Film oder Packung usw). Da vom Eich- u. Objektfeld je zwei Aufnahmen vorliegen sind evtl. Unstimmigkeiten leichter festzustellen. Die spektrale Filmempfindlichkeit ohne Filter entspricht grob der Blau-Helligkeit. Durch Vorschalten eines entsprechenden Farbfilters verwirklicht man den photovisuellen Spektralbereich (Wellenlänge gelb-grün 5550 Ångström), der den visuellen Eindruck entspricht (Kodak 103a D mit Filter Schott GG 11 (2 mm) = Wellenlänge 5550 Ångström Johnson Standard. Das für Kleinbildkamera erhältliche Filmmaterial ist meist panchromatisch. Mit vorgeschaltetem
schwachem Gelbfilter (Schott GG5, 2 mm) entsprechen panchromatische Filme nahezu dem visuellen Helligkeitsbereich. Kodak Tri-X und ORWO-NP 27 (rotsensibilisiert) entsprechen nahezu dem vsiuellen Helligkeitseindruck. Die bekannten V-Helligkeiten eines Sternkatalogs im UBV-System eignen sich zur Wiedergabe einer Schwärzungskurve des visuellen (V) Helligkeitseindrucks. Das Irisblendenphotometer mißt die von der
photographischen Sternabbildung durchgelassene Lichtmenge einer mit Blende versehenen Photometerlampe. Bei gleicher Belendeneinstellung und konstanter Helligkeit der Lampe ist der gemessene Lichtstrom das Helligkeitsmaß.
Mathematische Beziehung: mag=a+S*b (Koeffizienten a,b liefert die Lineare Regression), aber meistens ist die Polynomausgleichung genauer. Bedingungsgleichung Polynom 2. Grades: mag=a+b*S+c*S2, oder Polynom 3. Grades: mag=a+b*S+c*S2+d*S3 (Koeffizienten a,b,c,d durch Ausgleichsrechnung). S=Photometerablesungen oder Blendenwerte der Photometerlampe als Maßstab der Schwärzung bzw. Helligkeit. Beispiel siehe analoge Methode 4. Helligkeitsbestimmungen werden niemals in Zenitdistanzen über z=70 Grad oder Höhen unter 20 Grad (90-z 70 = Höhe 20 Grad) vorgenommen. Eichfeld und Umfeld des Objektes dessen Helligkeit photographisch zu bestimmen ist, sollten sich in möglichst kleiner und gleicher Zenitdistanz bzw. möglichst größter und gleicher Höhe über dem Horizont befinden, um den Einfluß der Extinktion auszuschließen. Zur Feststellung des genauen photographischen Extinktionskoeffizienten kp (kp liegt im Mittel zwischen 0 .4-0.6 mag) Eichsterne bei stets gleicher Belichtungszeit in verschiedenen Höhen aufnehmen. Die Eichsterne sollten auf den Aufnahmen stets die gleiche Lage nahe der Bildmitte einnehmen (evtl. Zonenkorrektion anbringen). Die jeweiligen Photometerablesungen der Eichstern-Schwärzungen verschiedener Höhe in die zuvor bestimmte Ausgleichsrechnung (Fig. 20) bzw. Ausgleichskurve zur Helligkeitsbestimmung einsetzen und die Helligkeitsdifferenzen der Eichsterne an der für max. Höhe erstellen Ausgleichskurve in jeweiliger Zenitdistanz feststellen (Zenitdistanzen der Sterne nach Angaben des Himmelsglobus). Die Helligkeit der Sterne in jeweiliger Zentdistanz wird mit Sternen bekannter Helligkeit um den Zenit verglichen.
Der wellenlängenabhängige Exktinktionskoeffizient kp ist der Durchschnittswert über den Spektralbereich der Eichsterne. Mit dem genauen Wert kp korrigiert man die Meßreihe für photographische differentielle Extinktion, wozu unbedingt der genaue Koeffizient kp durch Ausgleichsrechnung ermittelt werden muß, um Extinktionsfehler zu vermeiden, da der Tabellen entnommene Mittelwert (kp 0.5 mag ) und der wahre Wert meistens beträchtlich differieren. Beispiel. kp=0.51 mag. Helligkeit Vergleichstern a 3.06 mag am Zenit + kp 0.51*1/COS(RAD(55.34))-1 = Helligkeit Vergleichstern a 3.45 mag in Zenitdistanz z = 55.34°. Die stets gleichlange Belichtung der Aufnahmen sollte daher nicht allzulange dauern, da die differentielle Extinktion am Westhimmel bei abnehmender Höhe zunimmt. Aufnahmereihen sollten daher am besten am Osthimmel vor der Kulmination gemacht werden. Identifizierung lichtschwacher Objekte (Veränderliche oder Kleinplanet o.a.) nach dem Globus, der ein schnelles Auffinden nach den Objektkoordinaten (astrometrischer Ort: Rektaszension (a ) und Deklination (d), mittleres Äquinoktium J2000 FK5 oder B1950 FK4, ermöglicht. Eine mit einfachen Mitteln leicht realisierbare Meßvorrichtung ermöglicht eine auf 0.02-0.05 mag genaue und sehr zügige Helligkeitsmessung von Objekten auf Sternfeldaufnahmen. (Vgl. O. Zimmermann, Astronomisches Praktikum II [Sterne und Weltraum Taschenbuch 9].
Konstruktion. Mit dem Diaprojektor eine 36x24 mm2 Kleinbildfilmaufnahme (Flimnegativ oder Diapositiv) auf eine
ebene Fläche projizieren. Die Durchmesser der projizierten größten Sternscheibchen sollten etwa bei 2/3 des Blendendurchmessers liegen. Der entsprechend gewählte Abstand zwischen Bild- und
Projektionsebene muß bei allen Messungen gleich bleiben und die optische Achse des Projektionsapparates genau senkrecht auf der Projektionswand stehen. Statt Diaprojektor läßt sich eine entsprechend präparierte 12-V Birne verwenden, so dass Batteriestrom die Netzschwankunden ersetzen, wobei das Negativ dann zwischen Photowiderstand und Lampe am Meßfenster zu plaziert ist. Batterie, Projektionslampe und Photowiderstand unterliegen der Materialermüdung und sind gegebenenfalls zu ersetzen. Die Helligkeitsdifferenz zwischen einem Objekt unbekannter und den Vergleichssternen bekannter Helligkeit (Katalog,Globus UBV-System), ergibt sich durch Messungen der Stromstärke. Ao = Stromstärke
des sternfreien Himmelshintergrunds (nahe oder zwischen den Vergleichssternen), A1 = Stromstärke des Objekts unbekannter Helligkeit (lichtveränderlicher Stern, Doppelstern o.a.), A1 = Stromstärke der
Vergleichssterne. Die Stromstärke je dreimal messen und den Mittelwert bilden. Die Filmentwicklung in einer Tageslicht-Rolldose (allg. Kodak-Entwickler D-19, Meteoraufnahmen D-76 [1:1] 10-15 Min.) unbedingt selber unter stets gleichen Bedingungen vornehmen.
Netzspannungsschwankungen (Helligkeit der Projektionslampe), Filmentwicklung, Filmbeschaffenheit (fein- oder grobkörnig) und der differierende Objektabstand der Vergleichssterne von der opt. Achse (Feld-
oder Zonenfehler) bei wechselnder Mitte des Aufnahmefeldes (bei Reihenaufnahmen sollten Objekt und Vergleichssterne stets nahe der opt. Achse liegen) beeinflussen die Genauigkeit (0.02 mag bis 0.05 mag) des Verfahrens.
Zur vergleichenden Helligkeitsmessung (Photometrie) bastelt man eine einfache punktförmige oder rundförmig-flächige Lichtquelle (»künstlicher Stern« oder gleichmäßig ausgeleuchtete Fläche). Max.
Meßgenauigkeit des Auges durch Vergleich zweier Punkthelligkeiten ±0.05 mag, zweier Flächenhelligkeiten ±0.01 mag. Lichtquelle (evtl. LED 5500 Ångström) durch einen Spannungsregler (Niedervolt- Halogenlampen-Dimmer ) visuell der Kataloghelligkeit einiger Eichsterne des UBV-Systems angleichen, die möglichst die gleiche Farbe (Spekralklasse) des Objektes haben und nahe (differentielle Extinktion) des beobachteten Objekts liegen sollten. Die gemessenen Helligkeiten der Eichsterne gelten nur für das Meßsystem des Helligkeitskataloges. Bildruhe und Färbung des künstlichen Sterns gleichen allerdings nie genau dem natürlichen Stern, den man zur Unterschiedsverringerung leicht defokussieren kann. Photometrisch ist 0.03-0.05 mag Genauigkeit erreichbar. Objekte niemals zugleich sondern wechselweise betrachten. Der Positionswinkelfehler ist zu beachten, da die meisten Beobachter Sterne positionswinkelabhängig schätzen. So wird ein Stern links oben im Gesichtsfeld schwächer, im Vergleich zu einem rechts unten, geschätzt, von zwei nebeneinander stehenden Sternen wird der rechte, von zwei übereinander stehenden Sernen der untere, meist zu hell geschätzt. Man dreht daher das Zenitprisma, so daß die Sternfiguration im Blickfeld zur Horizontebene immer die gleiche Lage einnimmt (Süden immer oben, Deklinationskreis mit der Horizontebene parallel). Oder man macht 2 unabhängige Schätzungen mit einem seitenverkehrenden Zenitprisma in je 180 Grad oder 4 Schätzungen in je um 90 Grad gedrehter Lage des Zenitprismas und mittelt die Schätzungen. Entspricht »I« dem Stufenwert der Stromspannung in Funktion zur Helligkeit der Eichsterne, ergibt sich die gesuchte Helligkeit durch Ausgleichsrechnung (I = gemessene Stromspannung des beobachteten
Objekthelligkeit): mag=a*I+b, oder genauer durch Polynomausgleichung: mag=a+b*I+c*I2. mag=Helligkeit der Eichsterne. Objekte am Osthimmel bei zunehmender Höhe beobachten, da die Extinktion langzeitliche Meßreihen stark beeinflußt. Mittelwert der nahezu übereinstimmenden Werte und die Koeffizienten (a,b usw.) nach der Methode der kleinsten Fehlerquadrate.
Bei der photographischen Photometrie setzt man die mit dem Mikrometerokular eines Mikroskops gemessenen Sternbildchendurchmesser in Funktion zu den Helligkeiten der Eichsterne. Die gesuchte Helligkeit eines Objektes (Kleinplanet, Veränderlicher usw.) erhält man durch Ausgleichsrechnung oder Ablesung der durch die Punkteschar gezogenen Ausgleichskurve. Den linearen Proportionalitätsbereich der Kurve (durch Filmempfindlichkeit, Belichtungszeit, Blende beeinflußbar) ist an der entsprechenden Kurve zu ermitteln (Fig. 20): Ordinate (y) = Helligkeit der Eichsterne, Abszisse (x) = gemessener Durchmesser der Eichsterne. Die Ablesung der Objekthelligkeit erfolgt dann an der kalibrierten Kurve der Eichsterne bzw. durch Ausgleichsrechnung. Hierzu mißt man mit einem digitalen Präzessionsmeßschieber (Auflösung 0.01 mm) oder Lineal (genauer
ist ein Mikroskop mit Mikrometerokular) die Durchmesser (D in Millimeter) der durch einen Diaprojektor (Positiv- oder Negativfilm) großformatig auf eine Wand projizierten Sternscheibchen der Vergleichssterne
und setzt diese in Funktion zu den enstprechenden Katalog- bzw. Globushelligkeiten. Mit Hilfe dieser Kalibrierung ergibt sich die gesuchte Helligkeit (mag) aus dem gemessenen Objektdurchmesser Normalgleichung für 2 unbekannte Koeffizienten. Bedingungsgleichung allg. Form: y=a+x*b. n a + [x] b = [y] Normalgleichung für Polynomausgleichung mit 3 unbekannten Koeffizienten. Bedingungsgleichung Polynom 2. Grades allg. Form: y=a+b*x+c*x2. n a + [x] b + [xx] c = [y] Summe der kleinsten Fehlerquadrate: [vv]=[yy]-[y] a - [xy] b - [xxy] c Mittlerer Fehler eines Einzelwertes: s=[vv]/(n1-2-1); n1=Anzahl Bedingungsgleichungen. Normalgleichung für Polynomausgleichung mit 4 unbekannten Koeffizienten. Bedingungsgleichung Polynom 3. Grades allg. Form: y=a+b*x+c*x2+d*x3. n a + [x] b + [xx] c + [xxx] d = [y] Summe der kleinsten Fehlerquadrate: [vv]=[yy]-[y] a - [xy] b - [xxy] c - [xxxy] d Mittlerer Fehler eines Einzelwertes: s=[vv]/(n1-3-1); n1=Anzahl Bedingungsgleichungen. REM GFA 28 HELLIGKEIT AUS DURCHMESSERBESTIMMUNGEN Methode 2 gilt gleichermaßen für die hier beschriebene Methode 5. Methode 5 entspricht der Methode 6, mit dem einen Unterschied, daß die visuell empfundenen Helligeitseindrücke nicht am Fernrohr, sondern an photographischen Sternabbildungen geschätzt werden. Die Intensitätsunterschiede der Sternabbildungen einer photographischen. Schicht lassen sich ebenso gut
schätzen, wie die natürlichen Sterne, wobei genau wie bei der Helligkeitsschätzung am Fernrohr verfahren wird. Die photographischen Stufenwerte entsprechen daher nahezu den visuell am Fernrohr ermittelten.
Genauigkeit der Meßmethode ± 0.04 mag.
Beschreibung der klassischen Stufenschätzmethoden unter Abschnitt Veränderliche Sterne. Max. Genauigkeit der Methode 0.04 mag, Beginner 0.1-0.15 mag.
Eine bisher noch nicht auf Brauchbarkeit geprüfte Beobachtungsmethode. Ein vor dem Objektiv eines Refraktors angebrachtes Katzenaugendiaphragma (Fig. 21) dient zur Regulierung des einfallenden Lichtweges. Wegen des Fangspiegels eigen sich Spiegelteleskope nicht.
Sind d1 und d2 die Diagonalen der quadratischen Katzenaugenblende, ist die Differenz zwischen den Grenzhelligkeiten m1 und m2 zweier Blendenöffnungen m1-m2=5*LOG10(d2/d1); m1=Grenzhelligkeit
der Öffnung d2/d1, m2=Grenzhelligkeit der Öffnung 1. Legt man die Blendenöffnung d2/d1=1 Zoll zugrunde (25.3999 mm), ist für diese Öffnung die
Sichtbarkeitsgrenze der Sterne zu ermitteln. Bei einer Öffnung von 60 mm liegen z. B. Sterne der 11 Größe an der Sichtbarkeitsgrenze. Man wählt zahlreiche Anschlußsterne verschiedener Helligkeit und stellt
fest welche exakte Blendenöffnung ein Stern auslöscht (evtl. Sterne etwas defokussieren). Alle Rechte vorbehalten (all rights reserved), auch die der fotomechanischen Wiedergabe und der Speicherung in elektronischen Medien, Translation usw. Dasselbe gilt für das Recht der öffentlichen Wiedergabe. Copyright © by H. Schumacher, Spaceglobe |
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